Was Sterbende bereuen: Ich wünschte, ich hätte nicht so viel gearbeitet
Diese Aussage trifft für einen Teil der Sterbenden sicherlich zu. Diejenigen, die ihr Leben lang in einem ungeliebten Beruf gefangen waren und darüber sich und die Menschen, die sie lieben, vernachlässigt haben, werden am Lebensende bereuen, soviel Zeit darauf verschwendet zu haben. Selbst dann, wenn es aus nachvollziehbaren Gründen so gewesen ist: die Familie musste ernährt, das Haus abbezahlt, Urlaube finanziert werden. Ein regelmäßiges Einkommen war also unverzichtbar. Je nach Lebensstandard und ausgeübtem Beruf bedeutete das, viel zu arbeiten. Die wenigsten können selbst bestimmen, wann und wie viel sie arbeiten, sondern sind an die Vorgaben des Arbeitgebers gebunden. Vor allem ältere Generationen kamen noch nicht in den Genuss von Teilzeit, gleitender Arbeitszeit und Home-Office, wie es heute üblich ist.
Und dann gibt es diejenigen, die für ihre Arbeit brennen. Die in ihr ihre Bestimmung gefunden haben, für die ihre Arbeit Lebenssinn bedeutet. Wer in seiner Arbeit aufgeht, vielleicht sogar das Hobby zum Beruf gemacht hat, wer sieht, dass sein Einsatz etwas bewirkt, wird am Ende des Lebens nicht bedauern. Warum auch? Soll jemand bereuen, dass er etwas getan hat, was er liebt? Dinge, die dem Leben Tiefe geben und ein wichtiger Teil dessen sind, was den Menschen ausmacht, können nicht bereut werden.
Nicht wenige Menschen, deren Lebenszeit begrenzt ist, gehen trotzdem ihrer Arbeit nach. Statt sich zu Hause hinzusetzen und auf den Tod zu warten, tun sie das, was sie bisher immer getan haben, wenn auch vielleicht eingeschränkt und nur stundenweise. Oft zum Leidwesen der Angehörigen, die lieber die letzten Wochen oder Monate gemeinsam mit ihnen verbringen würden. Wer immer gern gearbeitet hat, weil er seine Arbeit liebt, möchte das auch jetzt tun. Aus verständlichen Gründen: Um sich noch gebraucht und als Teil der Gesellschaft zu fühlen und nicht nur auf die Krankheit und den bevorstehenden Tod reduziert zu werden.
Jeder Mensch und jedes Leben sind anders. Ebenso die Dinge, die am Ende bereut werden oder nicht. Die Arbeit gehört sicher nicht zwangsläufig dazu.
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